|
-Spielbericht-
Vor der Wende gab es etliche Spiele gegen Hansa Rostock. Nach der Wiedervereinigung traf man allerdings erst 2000 wieder aufeinander - im Abstiegskampf der Bundesliga.
In Eduard Geyer hatte es in der Woche vor dem wichtigen 15. Spieltag gegen Hansa Rostock gearbeitet. Nach der 0:2-Heimniederlage gegen den 1. FC Köln waren die Bayern-Besieger aus der Lausitz wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet und steckten tief im Abstiegskampf. Nur eine Woche nach dem schwachen Auftritt gegen die Kölner kam mit Hansa gleich der nächste schwere Brocken ins Stadion der Freundschaft. Zum ersten Mal übrigens seit der Wende, da Cottbus und Rostock ein Jahrzehnt lang immer mindestens eine Liga trennten. Und es sollte vor fast 20.000 Zuschauern ein richtig packendes Ost-Derby werden. Dafür stellte Geyer gleich auf vier Positionen um, brachte Reghecampf, Akrapovic, Scherbe und Kobylanski an Stelle von Sebök, Micevski, Latoundji und Matyus. Doch vom Anpfiff an spielte erstmal nur die Kogge. Hansas Topstürmer Viktor Agali war ein ständiger Unruheherd und wurde von Christian Beeck stets und ständig bewacht. Die erste Viertelstunde gehörte Hansa, das durch Agali, einen Distanzschuss von Emara und einen Freistoß von Brand gefährlich wurde. Dann aber legte Energie die Nervosität ab, gewann wichtige Zweikämpfe und setzte Rostock unter Druck. Vor allem Kobylanski sorgte mit Distanzschüssen für Gefahr, Rostocks Schwede Lantz konnte einen solchen in der 20. Minute soeben noch auf der Torlinie entschärfen. Es war ein hitziges Ost-Derby mit vielen Nickligkeiten und Fouls - und so schwächte sich Cottbus in der 38. Minute selbst, als der schon verwarnte Hujdurovic Agali foulte und sich die Gelb-Rote Karte einhandelte. Dennoch hatten die dezimierten Gastgeber die klarste Torchance vor der Pause, doch Franklin und Helbig verpassten knapp eine Flanke von Reghecampf. Zur Pause mit einem Mann weniger auf dem Platz hätten viele Cottbuser Fans wohl die Punkteteilung gern genommen - doch es sollte noch weitere verrückte Wendungen in diesem Spiel geben. Rostock konnte in der hektischen zweiten Hälfte die Überzahl nicht in Überlegenheit umsetzen. Nachdem Franklin schlitzohrig die Ausführung eines Rostocker Freistoßes unterbinden wollte, indem er den Ball in den Händen behielt, setzte der Verstand bei Rostocks Kapitän Wibran aus, der den Brasilianer zu Boden schubste. Schiedsrichter Herbert Fandel zückte für die Tätlichkeit in der 60. glatt Rot. Nun verlor die Kogge gänzlich die Spielkontrolle und das Spiel, weil die kämpferisch überzeugenden Cottbuser nun wieder Oberwasser bekamen. In der 70. Minute behauptete Franklin im Mittelfeld den Ball und setzte Reghecampf mustergültig in Szene. Der stand frei vorm Rostocker Schlussmann Pieckenhagen und versenkte den Ball mit seinem ersten Saisontreffer ins kurze Eck zum 1:0! Riesenerleichterung bei den Energie-Fans, die das Stadion nun zum Tollhaus machten. Bis zum Schluss hielt Energie der Rostocker Schlussoffensive stand und behielt die drei Punkte in Cottbus. Ein verdienter und enorm wichtiger Sieg im Kampf um den Klassenerhalt in der Bundesliga.
(Text: Februar 2026)
|